Weihnachtsstern und Mon Chérie

Spätestens seit Coca-Cola wird keiner darüber streiten, dass Weihnachten ein Konsumfestival ist. Ich beschwere mich deswegen auch nicht, bringt ohnehin nichts den ganzen Mandys und Sandys und Kevin-Marvins erklären zu wollen was aus biblischer Sicht zu der Tatsache geführt hat, dass Mami ihnen ein iPhone unter den Tannenbaum legt. Was mich grundsätzlich vor dem ganzen Weihnachtswahnsinn bewahrt – ich schenke nichts. Konsequent. Wer mein Mickey Mouse Tassen Drama kennt, der weiß auch warum.

Lediglich mein Freund und ab und zu der Moxie bekommen was und diese Präsente habe ich meistens auch schon gut drei Monate vor Heiligabend via Onlinehandel gebunkert. Kein Stress also.
Was mich allerdings wirklich stresst sind diese ebenso konsequenten nichts-schenker-Schenker! Jeder hat mindestens so einen in der Familie, oft aber treten sie im Rudel auf. Meistens beginnt ja dieses Syndrom im Alter von 40+, dem Alter in dem man vermeintlich alles hat, glücklich ist und nichts mehr braucht außer Liebe, Frieden, blablabla…wem macht ihr hier was vor. Das Ende vom Lied sind dann Szenarien unterm Weihnachtsbaum mit Sätzen wie diesem:

„Hilde, wir haben zwar ausgemacht wir schenken uns nichts…aber ich hab dir hier trotzdem eine Kleinigkeit!“

Hilde ist darüber natürlich wenig überrascht, denn auch sie hat sich – wie insgeheim abgemacht – natürlich an keinerlei Verabredung gehalten. Wir schenken uns nichts muss der weihnahtliche Code für „Schenk mir bitte vollkommenen Quatsch“ (ein Buch, eine Kerze, ein roter Weihnachtsstern vom Floristen mit Mon Chérie) sein. Allein eine Frage bleibt: Warum?

Kein anderes Fest, an dem man zum Schenken trainiert wurde verleitet uns so sehr dazu Menschen unaufgefordert Kram zu schenken, wie Weihnachten. Nicht mal Ostern, da verschiebt man das Schenken ja glücklicherweise zumeist auf die Kinder. Was also treibt uns an Weihnachten zu solchen Kurzschlusshandlungen? Zu viel Zimt, Glühwein und Weihrauch? Zu viel Liebe überall? Oder doch das Weihnachtsgeld?

Was auch immer es sein mag, ein Gutes hat diese nichts-schenken-schenken Politik doch – das nächste Schrottwichteln ist gesichert.

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