Lack mich fett

Ein Produkt ist aus werbetechnischer Sicht immer dann besonders gut,  wenn es Begehrlichkeiten weckt. Es ist neu. Ich muss es kaufen. Das ist simpel und spricht unsere Urinstinkte an (zumindest rechtfertige ich mich als Frau immer damit – immerhin liegt mir das Sammeln im Blut).

Noch besser ist Werbung allerdings, wenn zu der geweckten Begehrlichkeit noch ein paar weitere Dinge hinzu kommen. Im Falle von Edding L.A.Q.U.E. wären das Befremdlichkeit, Neugier und eine Prise Fassungslosigkeit.  Ein bisschen ist also der neue Nagellack von Edding so, wie eine klassische Titelseite der Bildzeitung. Man muß einfach hinschauen und fragt sich gleichzeitig, muss das wirklich sein und sehe ich wirklich richtig.

Zumindest ging es mir so, als ich zum ersten Mal über die Werbeanzeige gestolpert bin. Edding stellt jetzt auch Nagellack her. Aha… ja gut. Und was eigentlich keine Überraschung sein sollte, immerhin ist Edding DIE Marke, wenn es um Lackstifte geht, kommt trotzdem irgendwie merkwürdig daher. Soll ich mir jetzt die Finger mit Edding anmalen? Warum wildert eine Marke für Büromittel plötzlich in der Kosmetik, da prallen zwei Welten aufeinander und ich steh mittendrin.

Foto: Edding

Foto: Edding

Ich mag Edding – wenn es darum geht CD’s zu beschriften oder sturzbetrunkenen Freunden im Schlaf falsche Schnauzbärte auf zu malen – wasserfeste Schnauzbärte versteht sich. Dafür wurde Edding – in meiner Welt – erfunden, das ist die Kernkompetenz. Aber will ich bei dm künftig neben L’Oréal und Essie auch Edding stehen haben?

Vielleicht liegt meine Skepsis auch am Design. Der zweite Eckpfeiler guter Werbung. Wenn die Verpackung stimmt hat der Inhalt schon weniger Druck überzeugen zu müssen. Die Edding Lackflasche allerdings gibt mir wieder das Gefühl in der Schreibwarenabteilung zu stehen – der Deckel sieht nämlich aus wie… ja wie ein Edding eben. Ich bin im Zwiespalt ob ich bei so viel konsequent gelebter Marke anerkennend mit dem Kopf nicken oder ihn doch lieber verwundert schütteln soll.

„Der Nagellack für P.O.W.E.R. Frauen“ steht auf dem Werbeposter. Das Allroundtool für die Frau, die auch beim Umgang mit dem S.C.H.L.A.G.B.O.H.R.E.R. perfekt manikürt sein will. Erst pinseln,  dann anzeichnen. Die schreienden Punkte sind vielleicht ein bisschen dick aufgetragen,  den Rest unterschreib ich. Allein ein Problem bleibt. Schon mal nach dem markieren des Bohrlochs ein Nagellackfläschchen hinters Ohr geklemmt?

Ps: Liebe Pressemenschen von Edding, vielleicht verschwindet mein letzter Zweifel ja nach einem Produkttest

Pps: Ich mag Pink 😉

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