Zeit ist (k)eine Jogginghose

Aus gegebenem Anlass geht es heute mal nicht um Essen, Kleidung oder die dicke Wampe. Was ich nämlich da zu viel habe, habe ich vom heutigen Thema in letzter Zeit eindeutig zu wenig: Zeit!

numbers-time-watch-whiteSeit drei Wochen habe ich einen neuen Job und damit hat sprichwörtlich eine neue Zeitrechnung für mich angefangen. Ich komme zu nichts mehr (sogar der Blog fängt an zu leiden) und es fängt so langsam an mir auf den Keks zu gehen.
Ich will mich ja nicht beschweren, aber manchmal frage ich mich schon, ob sich die Menscheit das mit der Zeit so richtig überlegt hat, das scheint mir doch noch reichlich unausgegoren zu sein. Manchmal will sie einfach gar nicht vergehen, da zieht sich jede Minute wie Kaugummi. An anderen Tagen wiederum schwingt man morgens die Beine übers Bett und ist schon 10 Minuten im Rückstand noch bevor man die Augen richtig auf hat.

Die Zeit ist ein physikalische Größe – sagt zumindest Wikipedia, dem wollen wir mal glauben – kein Wunder also, dass ich in letzter Zeit mit ihr scheinbar auf Kriegsfuß zu stehen scheine. Physik war nie meine Stärke – hätte mich sogar fast das Abi gekostet. Irgendwann habe ich mich dann einfach damit abgefunden, Physik und ich werden keine Freunde mehr in diesem Leben. In der Philosophie fragt man sich, ob Zeit nur vom Menschen erfunden wurde, oder ob sie schon immer existiert hat. Eines ist klar, wenn ich die Zeit erfunden hätte, dann mit obligatorischem akademischem Viertel (ein bisschen Puffer schadet nie).

Da ich aber weder Herrin über Raum noch über Zeit und schon gar nicht des Universums bin (da liegt in meinen Augen der Hauptfehler!) hechle ich also seit drei Wochen meinem bisherigen Leben hinterher. Schuld an allem ist mal wieder nur das Internet! Denn was ich vorher schön vom Arbeitsplatz aus machen konnte (Onlinebanking, Amazon Bestellungen, E-Mails an Stadtwerke usw.) ist jetzt, dank striktem Internetverbot am Arbeitsplatz leider nicht mehr möglich. Nach einer Stunde Heimfahrt, Haushalt, Gassi und Einkaufen bin ich aber meistens so platt, dass ich mich nur noch auf allen Vieren von der Couch ins Bett schleppe. Nur um morgens wieder mit einem (gefühlten) Zeitdefizit aufzuwachen.

Einstein sagt Zeit ist eine relativ Größe. Ein bisschen ist es also doch, wie mit der fetten Wampe oder der Kleidung im Schrank. Mal zu groß, mal zu eng, mal zu lang, mal zu kurz. Gibt es sowas, wie eine „Wohlfühl“-Zeit? Die Jogginghose unter den physikalischen Größen quasi – dehnt sich mit, ist flexibel, passt immer!

Wenn’s danach geht ist meine Zeit momentan wohl ein schlechtsitzendes Cocktailkleid – an den falschen Stellen zu eng und zu kurz!

 

Ein Gedanke zu “Zeit ist (k)eine Jogginghose

  1. Ich finde das sehr amüsant geschildert. Die Zeit rennt in den falschen Momenten sprichwörtlich davon, während sie in den richtigen Momenten aber auch nicht immer auf unserer Seite steht. Es scheint als hätte sie ihren eigenen Kopf und würde diesen um nichts in der Welt an uns anpassen.

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