Wasser marsch!

Seit einigen Tagen werde ich im Auto auf der Fahrt ins Büro mit einer neuen Radiowerbung malträtiert. Nicht ganz so schlimm zwar wie Seitenbacher, aber doch so nervig, dass es sich mir bereits ins Gehirn eingebrannt hat – Marketing Zweck erfüllt!
Im Spot bilden mehrere Menschen eine Wortkette zum Thema Wasser, dabei kommen dann so glorreiche Weisheiten zustande wie: Wasser ist Leben, Leben ist prickelnd, prickelnd ist „Wassermarkenname“, „Wassermarkenname“ ist Wasser…und so dreht sich das kleine Karussell.

Immerhin aber mit einem hat der Spot tatsächlich Recht, Wasser ist Leben und in unserem Fall könnte man sogar sagen Wasser ist Abnahme, denn wer schon einmal genau in sich hineingehört hat, der wird festgestellt haben, dass mit einer ausreichenden Wasserzufuhr auch die Pfunde sehr viel leichter purzeln. Nun trinken wir aber in unserem Alltag meistens viel weniger, als die empfohlenen 2-3 Liter am Tag, weil wir es vergessen, weil wir meinen so viel könnten wir gar nicht trinken, aus Faulheit usw.

Damit das nicht mehr passiert gibt es mittlerweile eine ganze Reihe an Apps und Gadgets, die uns an das regelmäßige Glas Wasser erinnern sollen. Wir haben in den letzten Wochen zwei kostenlose Apps ausprobiert, die wir euch heute gerne vorstellen würden, und deshalb gibt es heute einen gemeinsamen Beitrag von uns beiden.

1. Carbodroid (Bunsi Test)

Das verspricht die App:

Herstellerinfos zu Carbodroid - Wasser trinken!

Carbodroid ist eine Trink App und hilft dir täglich genügend Wasser 
zu trinken. 
So bleibst du gesund und fit!
Mach den Droid glücklich, in dem Du etwas Wasser trinkst und dann 
einträgst. Er begleitet dich durch den Tag und animiert 
dich mehr zu trinken. Aktiviere die Erinnerungen und lass dich 
von ihm auch im stressigen Alltag an dein Vorhaben erinnern. 
Probier es aus!
                                                                       
 Deine Vorteile:
• Unterstützt eine Diät oder Gewichtsabnahme
• Bessere Konzentration
• Stärkt Gesundheit und Fitness
• Vermeidet Kopfschmerzen durch Austrocknung (Dehydration)

Das ist das Ergebnis:

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Screenshot Carbodroid

Eines ist klar, auch die beste App kann einem das Wasser bzw. Getränk nicht einflößen, trinken muss man schon selber. Und ob man sich und die App bescheißt, liegt auch im eigenen Ermessen. Die App hat lediglich eine Erinnerungsfunktion, die nach voreingestellter Intervallzeit mit einem Weckruf daran erinnert etwas zu trinken. Nett ist die Animation mit dem Android der sich Glas für Glas blauer färbt und glücklicher dreinblickt, eventuell trinkt man also schon deshalb das Glas, weil man den kleinen Android lächeln sehen will. Die Statistikfunktion zeigt einem die eigenen Trinkergebnisse im Wochenverlauf und ob man sein jeweiliges Tagesziel erreicht hat.

Was mir nicht so gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass sich die Erinnerungsfunktion mit dem Handy stumm schält. Hat man das Telefon also auf lautlos, wird man auch von der App nicht durch Vibration oder Ton ans Trinken erinnert. Was genau mir die Twitterfunktion der App bringen soll habe ich auch nicht verstanden, aber eventuell ist mein Mitteilungsdrang einfach noch nicht groß genug, dass ich meine Twitterfollower nun über jedes getrunkene Glas Wasser informieren möchte.

Die alles entscheidende Frage nun: habe ich dank der App mehr getrunken? Nein! Am ersten Tag und noch voller Euphorie habe ich den kleinen Android noch brav mit Wasser vollgepumpt, das hat sich aber die nächsten Tage wider so gut wie gen Null hin entwickelt. Wie ich vorher schon gesagt habe, das ist nicht Fehler der App und getrunken habe ich natürlich trotzdem, nur weiß das mein kleiner blauer Freund halt leider nicht.

2. Hydro Coach (Moxie Test)

Das verspricht die App:

Herstellerinfos zu Hydro Coach - Wasser trinken

[...] Hydro Coach unterstützt dich dabei, deinen täglichen Bedarf an Wasser
nicht aus den Augen zu verlieren und erinnert dich Wasser zu trinken, bevor
Du durstig bist. Du wirst überrascht sein, wie viel Energie dir Wasser 
trinken bieten kann!

Vorteile von Wasser trinken - für deine Fitness:
•  Wasser trinken verfeinert Dein Hautbild
•  Wasser trinken ist eine effektive Methode um Stress und Müdigkeit 
   zu bekämpfen
•  Ausreichend Wasser trinken steigert deine Fitness in nur wenigen Tagen
•  Es ist die Grundlage jeder professionellen Diät
•  Mehr Wasser zu trinken kann deine Kopfschmerzen lindern.
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Screenshot Hydro Coach

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Screenshot Hydro Coach

Und das ist das Ergebnis:
Generell ist auch hier der Haken an der Sache: trinken muss man schon selbst. Und ja, auch das Wasserglas füllt sich nicht von allein. Wie auch beim Carbodroid besteht die App hauptsächlich aus einer Erinnungsfunktion, die einem in zuvor festgelegten Intervallen sagt, dass man jetzt wieder ein Glas Wasser trinken sollte. Wie oft und wieviel man am Tag trinken sollte, errechnet sich die App aus verschiedenen Angaben wie z.B. Geschlecht, Körpergewicht und Aktivität. Und dann kann der „Wassertropfen“ gefüllt werden. Als zusätzliche Funktion – in der gratis Version – wäre noch eine Statistik über das wöchentliche Trinkverhalten zu nennen.

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Screenshot Hydro Coach

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Screenshot Hydro Coach

Was mich ECHT genervt hat ist die konsequent nach 2 Aktionen auftauchende Werbung in der App. Man ist eigentlich mehr damit beschäftigt Werbe-Pop-ups wegzudrücken als sich seinem „Wassertropfen“ zu widmen. Nicht zu vergessen, dass man wenn man nicht genau aufpasst, immer wieder dazu aufgefordert wird seinen Google-Account mit der App zu synchronisieren. Das hat dann vermutlich auch ziemlich schnell dazu geführt, dass ich schon noch getrunken hab, aber nicht mehr die App bedient hab. Und nein – ich möchte auch nicht jedes Glas auf Facebook, Twitter und Co veröffentlichen.

Hab ich Dank der App mehr getrunken? Am Anfang sicherlich, nach 3 Tagen sicherlich nicht mehr. Ich kann von mir sagen, dass ich im Moment mehr trinke als ich das die letzten Wochen vor der App getan habe. Ob es aber nun die von der App verordneten täglichen 2,2l sind – das wage ich ganz stark zu bezweifeln. Wie sagt mein IT’ler immer zu mir: Das Problem sitzt meistens vor dem Bildschirm. Und in diesem Fall ganz klar vor dem Smartphone 🙂

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