Ich war noch niemals…in London

So oder so ähnlich war die Unterhaltung vor des Prinzen Geburtstag. Um genau zu sein hat er sich lautstark beschwert, dass ich immer nur mit anderen Personen nach Großbritannien fahren würde und das wo er doch NOCH NIE dort war. Und das ist natürlich sträflich. Weil – wie kann man denn bitte noch nicht in London gewesen sein? Und dann auch noch wenn man mit mir verheiratet ist (Ich oute mich hiermit als großer Anhänger des UK…)?

Aus diesem Grund – und weil London geht ja immer – gab es also einen Ausflug ins Land der Linksfahrer und Teetrinker zum Geburtstag. Ich würde sagen, der Prinz konnte durchaus für den British Way of Life begeistert werden. Aber eins nach dem anderen…

Manchmal sagt man ja Dinge, deren Ausmaß man erst so im Nachhinein ganz begreift. Und der Moment in dem ich vollmundig angekündigt habe, ich würde mich um die vollständige Planung dieses 3-tägigen Ausflugs kümmern, war sicherlich keiner meiner Hellsten. Das wird einem aber dann wirklich auch erst klar, wenn man einsehen muss, dass 3 Tage eigentlich echt wenig sind, man jeden Tag mindestens 2 Mal essen muss und das alles ja eigentlich auch nicht das Budget eines Kleinwagens annehmen sollte, sondern bitte eher für den kleinen Geldbeutel. Jetzt war die Auswahl der Sehenswürdigkeiten nicht so furchtbar schwer (Sollte man sehen – Hab ich schon gesehen + Möchte der Prinz sehen – Kostet einen lächerlichen Eintrittspreis = Das wird angekuckt). Was sich aber als wirklich schwierig erwiesen hat, ist die Auswahl von Restaurants und Pubs, weil man kann ja nicht die ganze Zeit nur Sandwiches von Prêt a Manger essen, und in Ketten-Häuser will man ja auch nicht ständig. Also beginnt man zu googeln und sucht auf Blogs und in Reiseportalen nach Empfehlungen wo andere Menschen schon ganz zufrieden waren. Ich kann euch sagen – ich habe selten so viel Zeit für etwas aufwenden müssen wie für dieses Unterfangen. Jetzt könnte man ja meinen, zu London gibt es ULTRA viele Blogs und Einträge, die einem sagen wo man für einen angemessenen Betrag was zum Abendessen herbekommen kann. Es ist ja nicht so, dass ich nach Hinterpfuiteufel hätte wollen, sondern ja eigentlich in DIE Metropole Europas. Ja, falsch. Vielleicht liegt es an mir, oder ich habe komische Ideen, aber ich war nicht in der Lage einen sinnvollen Blog oder vertrauenserweckenden Eintrag zu finden, der mir die Reiseplanung zumindest etwas erleichtert hätte. Und weil ich mich so furchtbar geärgert habe, will ich das euch ersparen und biete hiermit meine Reiseerfahrung als Beispiel an:

Hotel:Wer keinen Luxus braucht und nur mit einem Bett und winzigen Bad (eher Bad“schrank“) zurfrieden ist, der kann in einem der 8 London’er EasyHotels ein relativ günstiges Zimmer buchen. Für mich bietet sich meistens das in Earls Court an. Laufweite zur Tube in 7 Minuten, immernoch Zone 1 mit direkter Anbindung an Heathrow und auch sonst findet man in dem Bereich eigentlich alles was man braucht.

Für den Prinz hatte ich eine kleine Sightseeing-zu-Fuß-Tour zusammengestellt (Big Ben, Westminster Palace, Westminster Abbey, St. James Park, Buckingham Palace), die wenn man nicht rennt und auch ein bisschen kuckt, ca. 1- 1,5h dauert. Abendessen waren wir im Two Chairmen am Trafalgar Square. „Nur“ ein Pub, aber keine Touristen, gutes Essen zu sinnvollen Preisen und das Highlight für den Prinzen: Britische Tapas. Abendprogramm (in Laufnähe): Phantom der Oper im Her Majesty’s Theater, weil das hat der Prinz auch noch nicht gesehen.

Tag 2 beginnt mit Frühstück  im „Gusto„, einem kleinen Restaurant auf dem Weg zur Tube und danach Tower of London (auf meinen Wunsch) inklusive Führung. Ich muss sagen, nett, aber mir hätte jetzt auch nichts gefehlt wenn ich es nicht gesehen hätte. Weiss man ja aber meist auch erst hinterher. (Dauer ca. 2h) Danach wäre London Eye geplant gewesen, darauf haben wir dann allerdings auf Grund der Menschenschlange verzichtet. Wer das unbedingt machen will: Online vorbuchen und als erstes am Tag oder spät am Abend machen! Wir sind weiter zum nächsten Punkt, National Gallery (auf Wunsch des Prinzen). Kunst für umme. Je nachdem was man sehen will und wie intensiv man sich damit beschäftigen will, wir haben ca. 1,5h gebraucht. Weil so schönes Wetter war, gabs dann einen Spaziergang nach Covent Garden und anschliessendem Kaffee am Leicester Square. Kann man alles gut erlaufen. Und mittags dann – SHOPPING 🙂 Das darf bei einem London Aufenthalt natürlich nicht fehlen. Oxford Street und alles angrenzende. Dann noch ein bisschen ausruhen (wir sind ja doch keine 15 mehr) und Abendessen beim Inder, weil was wäre ein London Besuch ohne indisches Essen. Zwar eine Kette, aber durchaus gutes Essen: Masala Zone (in unserem Fall auch Earls Court). Den Abschluss des Abends gabs dann noch im Pub. Auf der Earls Court Road gibt es so einige, empfehlenswert finde ich aber das „Blackbird„.

Am letzten Tag hatte ich mich für Frühstück im „Troubadour“ entschieden. Wieder in laufnähe zum Hotel in sehr netter Atmosphäre mit kleinem Garten. Und wer möchte nicht frühstücken wo bereits Bob Dylan und Ed Sheeran Musik machen? Die übrige Zeit haben wir nochmal auf der Oxford Street verbracht. Man musste ja schliesslich auch kucken, ob die Szenen in „Mr. Selfridge“ tatsächlich im Kaufhaus gemacht wurden…

Alles in allem war es ein – wie ich finde – sehr gelungener Ausflug. Ich muss vermutlich nicht sagen, dass Giesela Montag morgen eher not amused war über meinen Aufenthalt in England. Aber gut. London calling – immer wieder gern und nun auch mit dem Prinzen.

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