Eine „Wilde“ Party – Kochlie.be wird 3 Jahre alt

Zu einer richtig guten Geburtstagsparty gehören auch richtig leckere Rezepte. Das dachte sich auch Julia von Kochlie.be und hat zum 3-jährigen Geburtstag ihres tollen Blogs die Aktion Glücksküche ins Leben gerufen – was ist schon eine Party ohne Freunde!?

Kochlie.be Blogevent Glücksküche

Natürlich beteiligen wir uns an der schönen Aktion und wünschen Julia und ihrem Blog auf diesem Wege alles Gute zum Geburtstag und eine mega fette Sause! Gerichte die einen glücklich machen…mhm…da musste ich nicht lange überlegen. Generell macht mich Essen an sich ja schon immer sehr glücklich, aber es gibt da ein spezielles Gericht aus meiner Kindheit, dass ich bis heute liebe, dass mich an Heimat erinnert und mir einfach saulecker schmeckt. Bevor ich euch aber verrate um welches Gericht es sich dabei handelt, hier erst die Vorgeschichte.

Da sich meine Kindheit zu einem Großteil im herausragenden Jahrzehnt der 90er abgespielt hat habe ich natürlich auch so gut wie jeden Trend dieser denkwürdigen Dekade mitgemacht. Von Stickerheftchen, Tamagotchis bis hin zum Gassenhauer „Barbie Girl“ (wobei ich ja eher zu Whigfield’s Saturday Night gegroovt habe). Wer sich wie ich an diese dunkle Zeit ohne Internet und Smartphone erinnern kann, dem dürfte auch ein weiterer, sehr wichtiger Trend einfallen: das Poesiealbum…später abgelöst vom Freundschaftsbuch. Die NSA hätte an unsere Offenheit ihre wahre Freude gehabt, denn schon damals haben wir offen über unsere Adresse, Sternzeichen und auch über unsere Lieblingsgerichte gesprochen. Und genau hier sind wir am Punkt.

Während andere (normale) Kinder in dieser Rubrik Antworten gaben, wie: Schnitzel mit Pommes und Spaghetti wich meine Antwort stets von der Norm ab. Meine Antwort auf die Frage nach dem Lieblingsgericht sah nämlich so aus: Hirschgulasch! Für ein Kind im Alter von 8-12 doch eher ungewöhnlich.

Ob das nun damit zusammenhing, dass ich im Schwarzwald aufgewachsen bin, wo man ja nachweislich mehr mit Rot- und Damwild konfrontiert wird (beliebte Freizeitaktivität etwa eine Wanderung zum Hirschgehege) oder ob es daran liegt, dass ich aus Deutschlands Gourmetdorf stamme in dem jedes Jahr der Guide Michelin zur Höchstpunktzahl greifen muss (habe ich eigentlich schon mal erzählt, dass es beim Kindergeburtstag von Harald Wohlfahrts Sohn auch „bloß“ Pommes gab?) kann ich nicht sagen, jedenfalls gehört Hirschgulasch bis heute zu meinen Lieblingsgerichten.

Hier nun das Rezept für einen wirklich glücklichmachenden Hirschgulasch:

Was man alles braucht (für 4 Personen):

  • 1kg Hirsch-oder Rehgulasch (je nachdem wie kräftig der Wildgeschmack sein darf)
  • 1EL Butterschmalz
  • 2 mittelgroße Schalotten
  • Suppengemüse
  • Lebkuchengewürz
  • 2 Gläser Preiselbeeren
  • Salz, Pfeffer, Wildgewürzmischung (z.B. von Fuchs), Lorbeerblatt
  • 1 Knoblauchzehe
  • 500ml Rotwein (gut funktionieren auch Fruchtweine z.B. Heidelbeerwein)
  • 1L Wildfond (z.B. von Lacroix)
  • 2 Becher Sahne oder Sahneersatz

Wie es gemacht wird:

  • Das Fleisch scharf im Butterschmalz anbraten
  • Das Suppengemüse, Schalotten und Knoblauch in kleine Würfel schneiden und zum Fleisch dazu geben
  • Die Gewürze zum Fleisch dazugeben und mitrösten bis sich eine leichte Kruste am Topfboden bildet
  • Nun alles mit Fond und Wein ablöschen
  • Ein Glas Preiselbeeren in die Soße mischen
  • Den Gulasch nun auf kleiner Flamme für mindestens 3 Stunden köcheln lassen, alternativ einen Bräter verwenden und den Gulasch bei 100° im Backofen schmoren lassen
  • Die langsam einkochende Soße hin und wieder mit Sahne aufgießen
  • Sollte die Soße am Ende des Schmorens noch dünnflüssig sein, das Ganze mit kalter Butter montieren oder mit Stärke abbinden
  • Restliche Sahne aufschlagen und gemeinsam mit einem Klecks Preiselbeeren zum Gulasch servieren

Was ich gerne dazu mache: Brezenknödel aus der Serviette und Rahmwirsing

Lecker, lecker! So eine schöne Kombination aus Fruchtig, cremig „schlonzig“ (wie wir Schwaben sagen), dazu das zarte Fleisch und reichlich Soße (ist für Schwaben ja auch sehr wichtig). In Kombination mit Serviettenknödeln ideal, da die Knödel die gute Soße aufnehmen wie ein Schwamm (ich brate die Knödel vor dem Servieren gerne noch scheibchenweise in ein wenig Butter an). Und das Beste ist, das Gericht kocht sich quasi im Alleingang und schmeckt am nächsten Tag sogar noch besser.

Für Menschen, die sich bei Wild bisher eher zurückgehalten haben empfehle ich auf jeden Fall die Variante mit Rehfleisch, das ist schlicht weniger intensiv im Geschmack. Auch das einlegen in Buttermilch über Nacht macht das Fleisch schön mürbe und nimmt ein wenig den „wilden“ Geschmack.

Für mich ist und bleibt ein schöner Wildgulasch jedenfalls das pure Glück zum Löffeln. In diesem Sinne, macht ein bisschen Platz auf der Kochlie.be Geburtstagstafel – es wird Wild!

Happy Birthday Kochlie.be

Ein Gedanke zu “Eine „Wilde“ Party – Kochlie.be wird 3 Jahre alt

  1. Ihr Lieben! Freut micht, dass ihr auch bei diesem Blogevent wieder dabei seid! Und mit so einem schönen Glücksrezept! Ich mag Hirschgulasch auch gern (sorry, Bambi!) und freu mich, dass Elfephant jetzt mit neuem Design wieder durchstartet (ich hab eure Blogposts vermisst – war viel zu ruhig hier in letzter Zeit!).
    Liebe Grüße
    Julia

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