Lisbeth, ihm schmeckts nicht.

Seit mehreren Tagen überlege ich ja wie ich das Thema nun verpacken soll. Ein weiterer Nörgelbeitrag im Stil von „oh, ich komm nicht wieder rein und was nervt es mich“ oder doch lieber noch ein weitere Woche weginorieren und so tun als ob alles wundervoll wäre und es mich nicht stört, dass Giesela mir jeden Tag größere Ungeheuerlichkeiten an den Kopf wirft. Alles doof. Also vielleicht doch keinen Beitrag dazu schreiben und über etwas anderes nachdenken – auch nicht unbedingt der sinnvollste Weg. Vor ein paar Tagen kam mir abends aber dann endlich die Erleuchtung – ich weiss woran es liegt! Und das finde ich ist viel mehr einen Beitrag wert als ständiges Lamentieren. Ich liege also auf meinem Sofa und beobachte Menschen, die vollkommen aufgelöst sind, weil die Kochprominenz der deutschen Medienlandschaft ihr Gericht in Löffelform nicht überzeugend fand (wusstet ihr eigentlich, dass solch ein kleiner Porzellanlöffel 20 Takken kostet?! Wenn man nur für alles was nur nett aussieht und sonst nichts kann ausser unnötig rumliegen soviel Geld bekommen könnte…). Und während ich einen weiteren Kandiaten unterhaltungswirksam scheitern sehe, kommt mir: Also so wie die da kochen, das würde mir ja schon ultra auf den Nerv gehen. Dir geht ja schon ultra auf den Nerv was es grad zu essen gibt jeden Abend. PLOING! Und plötzlich ward es hell.

Um auch euch nun zu erleuchten müsste ich vielleicht kurz vorausschicken, wie die Kochsituation bei uns zuhause im allgemeinen und meine Essensituation im besonderen ist. Bei uns zuhause ist der Prinz Herr über den Kochlöffel. Ich bin zwar in der Lage mich vor einem Hungertod zu bewahren, habe aber weit weniger Ansprüche an mein Selbstgekochtes als die reine Selbsterhaltung. Nicht so beim Prinz. Hier wird tatsächlich mit Liebe und Freude am Produkt gekocht. Daher bin ich in der (größtenteils) glücklichen Lage, nur sehr selten die heiligen Kochhallen länger wie für die Dauer eines Aufenthalts vor dem Kühlschrank oder der Süssigkeiten-Schublade betreten zu müssen. Der Hintergrund für mein Desinteresse liegt vermutlich an meinem für manche doch eher eigenwilligen Essverhalten, was man wohl als im weitesten Sinne als „schleckig“ ansehen könnte, was soviel wie wählerisch beim Essen heisst. Um es jetzt mal auf den Punkt zu bringen: Ich esse kein Fleisch, ausser etwas Hack und Dinge aus Hack. Salami und Wiener Würstchen geht auch noch, aber dann wars das auch schon. Ja, kein Fleisch essen heisst auch dass ich keinen Fisch esse. Soweit ich mich erinnere gilt Fisch auch als Tier und somit als Fleisch im weitesten Sinne. Mir wird ja nie klar sein, warum man Menschen, die sagen sie sind Vegetarier einen toten Fisch als Alternativ-Essen bringt. Wenn einer eine Erklärung hierfür hat – bitte sehr gern! Neudeutsch könnte man vielleicht auch sagen, ich bin ein Flexitarier. Wer jetzt schon denkt die hat aber wirklich einen an der Waffel – jetzt kommt erst der Clou an der Sache: Ich mache diesen Spass nicht aus Überzeugung, sondern weil ich so meine Schwierigkeiten mit der Konsistenz von Fleisch habe. Herzlichen Glückwunsch: Ich hätte mich soeben dann wohl als vollkommenen Freak geoutet.

Vor diesem Hintergrund ist es natürlich für den ganz normal essenden Prinzen nicht immer einfach ein gemeinsames Abendessen auf den Tisch zu zaubern. (Ich bin natürlich auch bei allen anderen Sachen, die man essen kann nicht unbedingt einfach. Abgesehen von Pizza. Oder Pommes. Oder Pfannkuchen. Oder gefüllten TK-Kartoffeltaschen. Oder – ihr versteht worauf ich raus will…) Und dass er nach dem Punkte-Regime kochen muss, macht die Sache natürlich auch nicht zwingend leichter für ihn, wobei man zu meiner Verteidigung sagen kann, dass er sehr gern Gemüse und wenig Fleisch isst. Und genau das scheint mir der Grund zu sein, dass ich im Moment wenig für das allabendliche Mahl zu begeistern bin. Ich bin gelangweilt. Der Mox ist WW-Rezept-Müde. Ganz schwieriges Syndrom. Das Ende vom Lied ist natürlich, dass ich mich hauptsächlich von Quatsch ernähre, was natürlich auf Giesela den zu erwartenden Effekt hat.

Was also tun? Es ist ja nicht so, dass wir nicht einiges an Kochbüchern und selbst zusammen getragenen Rezepten bei uns zuhause hätten. Vermutlich ist es einfach mal wieder Zeit für ein Neues. Weil das Programm wechseln ist ja jetzt auch nicht wirklich ein Option. Sind wir mal ehrlich, was bleibt mir auch für weitere Möglichkeiten bei meiner Esskultur… Wer also neue tolle Rezepte im Punktesystem hat – oder auch eine Empfehlung für ein Kochbuch – immer her damit! Und da ich am Ende ja nicht doch noch anfangen kann regelmäßig Sport zu machen, hab ich am Wochenende mich mal ein wenig umgeschaut…

Hier also ein paar der neuen Vorschläge:

Kürbis mit Hackfleischfüllung

Blechkartoffel mit Fenchel und Linsen

Kartoffel-Zucchini-Gratin

Zucchini-Schafskäse-Pfanne

Überbackene Enchilada mit Salat

Bratkartoffelsalat mit Roter Beete

Wer noch mehr Vorschläge hat, damit ich wieder den Weg zurück in den Punkte-Wahnsinn finde – sehr gern!

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