Stu-, Stu-, Studio

Eigentlich wissen wir ja schon lang, der Grund warum ich mich für Weight Watchers entschieden hab, ist weil ich eine faule Ratte bin und alles mir mögliche tue um mich vor körperlicher Aktivität zu drücken. Und bisher hat das ja auch ganz gut mit der Abnahme quasi vom Sofa aus funktioniert. Nachdem mich aber diese sportliche Muffellei im Prinzip auf den OP-Tisch gelegt hat, bin ich ja nun zur Wiederherstellung verdammt mich regelmäßig beim Gerätetraining zu quälen. Da der tägliche Reha-Teil nun seit einer Woche beendet ist, glücklicherweise nur noch 2-3 Mal die Woche.

Um mir diesen Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten, versuche ich mich mit Musik im Ohr von meinem Elend abzulenken. Letzte Woche allerdings, hat mich doch tatsächlich auf halber Strecke meine Batterie verlassen. Ja und dann steht man da.  Noch mindestens eine halbe Stunde tristes Gewichte heben vor sich und kein Entertainment. Was tut man also? Richtig! Andere arme Kreaturen in ihrer Qual beobachten. Und was soll ich sagen, scheinbar kann man die Besucher einer solchen Trainingseinheit in 4 verschiedene Gruppen einteilen:

Den Kämpfer, ultra schwitzig und legt immer noch eine Scheibe mehr auf die Gewichte um dann zwischen den Geräten auch damit auftrumpfen zu können wieviel er schon nach 4 Wochen Knie-, Schulter-, Rücken-OP wieder stemmen kann.  Man sollte denken in einer Reha kommt man um die rum…

Dann natürlich die Poser. Handtuch um den Nacken, Marken Sachen am Leib und um Gottes Willen nur nicht Schwitzen! Die Spiegel sind ja eigentlich auch eher zur Frisur und Make up Kontrolle gedacht.

Dann, die Autisten. Durch den Knopf im Ohr vollkommen abgeschottet von ihre Außenwelt und den Blick immer tief ins Innere gekehrt. Jetzt könnte man denken, die tun ja allen anderen am wenigsten weh, ha! Falsch gedacht. Versunken in seiner kleinen Welt wird solch eine Person niemals mitbekommen, dass er mit seiner Musik die komplette Halle beschallt. Kleine Überraschung, auch In Ear Kopfhörer sind nicht schalldicht. Mal ganz davon ab, dass dieses sich von der Aussenwelt abschirmen auch in die andere Richtung schwierig werden kann. Wer Erfahrung mit dieser Gattung hat wird nachvollziehen können, dass ich leider immer wieder in gewisse Peinlichkeiten komme wenn es darum geht ob das Trainingsgerät nun bereits zu Ende benutzt wurde, oder doch noch 1-18 Sätze anstehen. Wer meine höfliche Frage nicht in Zimmerlautstärke hören kann, muss notgedrungen angefasst werden um auf mich aufmerksam zu machen. Ich bin mir in diesem Fall keiner Schuld bewusst, dass die betroffenen Personen schon mehrfach fast zu Tode erschreckt wurden.

Eine Gruppe habe ich allerdings noch vergessen, und ich glaube diese kommt auch nur in Reha-Trainingseinrichtungen vor: die Gruppe 60+

Ich finde es teilweise wirklich bewundernswert mit welch einem Elan hier an den verschiedensten Geräten trainiert wird. Was ich an dieser Gruppe allerdings immer wieder auffällig finde ist der Mangel an Trainingsbekleidung. So fiel mir vergangenen Freitag doch tatsächlich wieder ein Herr auf, der in Bundfaltenhose und Karo-Hemd fröhlich sich mit der Beinpresse abmühte. Selbstverständlich wird dieses Ensemble immer mit den neusten Turnschuhen gekrönt. Adidas und Asics stehen hier sehr hoch im Kurs. Allerdings habe ich auch schon mehrfach Trekking-Sandalen beobachten können, die nicht etwa die Kletterwand nutzten, sondern schon eher sich auf dem Crosstrainer abmühten. Selbtsverständlich MIT Socken. Hochgezogen, versteht sich.

Selbstverständlich ist die Liste der Besonderheiten bei Menschen während ihrer sportlicher Aktivitäten hier bestimmt nicht erschöpft, mein Training alllerdings dann doch beendet. Für die Zukunft wird mir das mit meiner Batterie sicherlich nicht so schnell wieder passieren. Der Mox ist nämlich eigentlich ein kleiner Halb-Autist… Sollte mir der Strom allerdings wieder einmal versagen, für Vorschläge bin ich natürlich immer offen.

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