Von Fußhupen und Schlössern

schwansteinDeutschland…Land von Dichtern und Denkern, Komponisten und Schöngeistern. Wer kennt nicht die historische Stelle an der Goethe kotzte (in Tübingen nebenbei). Kein Wunder gehört Deutschland zu einem der beliebtesten Ziele auf der europäischen Pilgerfahrt tausender Asiaten (nicht nur wegen besagter Stelle in Tübingen). Besondere Beachtung dabei finden ja auch immer die zahlreichen Burgen und Schlösser, die sich wie Perlen an einer Schnur durch die Republik reihen. Und weil man als Deutscher viel zu oft vergisst, wie schön das eigene Land eigentlich ist, habe ich mich am Wochenende nach Füssen aufgemacht um, ganz in japanischer Manier, einen Blick auf das märchenhaftester aller deutschen Schlösser, Schloss Neuschwanstein, zu werfen. Hätte mein Hintern allerdings gewusst auf was er sich da einlässt, er wäre mit Sicherheit zu Hause geblieben.

Schlösser stehen auf Bergen, meistens jedenfalls. Wer allerdings herrschaftlich auf sein Fußvolk herabblicken will, der muss selbst zunächst auf den Berg steigen. Auf Grund von Geiz und einem Mangel an eigenem Viergespann ergab es sich also, dass sowohl Hohenschwangau als auch Neuschwanstein (beide nur wenige hundert Meter Luftlinie voneinander entfernt) von mir per Pedes bezwungen werden mussten. 20 und 40 Minuten werden dafür jeweils in der Infobroschüre veranschlagt – nicht gerade optimal wenn man Führungen gebucht hat, die nur jeweils eine Stunde auseinander liegen. Zum Glück ist Frau aber im Besitz muskelstimulierender Turnschuhe eines namenhaften amerikanischen Herstellers und somit bestens für den Aufstieg gerüstet. Beworben werden diese Schuhe ja unter anderem damit, Po-und Oberschenkelmuskulatur zu straffen/stärken/stimulieren – und in diesem Fall hat der Hersteller mal nicht gelogen.

Gut, ich möchte einräumen, dass auch der stramme Fußmarsch generell am heutigen schmerzempfinden meiner Kehrseite schuld sein könnte. Immerhin haben wir die gleichzeitig mit uns startende Pferdekutsche (dicht bepackt mit fetten Amis und Asiaten) schnell hinter uns gelassen und wurden lediglich von einem Rudel angeleinter Pinscher überrundet (manche sogar zeitweise nur auf drei Beinen den Berg hoch hopsend – diese kleinen Kläffer sind zäh!). Wer allerdings glaubt mit hochlaufen alleine wäre das Schmerzmaß schon voll, dem sei gesagt, auch runterlaufen hat so seine Tücken, besonders wenn man auf luftgefederten Turnschuhen den Berg hinunter hüpft (auch auf der Taletappe zogen die kläffenden Fußhupen übrigens pfeilschnell an uns vorüber…auf Frauchens Arm).

Alles in Allem hat mir mein Körper heute eindrucksvoll klar gemacht, dass es tatsächlich Muskelgruppen in meinem Gesäß gibt, von denen ich noch nichts wusste und dass offenbar nur Bewegung allein wirklich den Unterschied machen kann – außer natürlich man ist ein dreibeiniger Chihuaha.

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