Hätt ich dich heut erwartet…

Alle Jahre wieder, um genau zu sein jeden Tag, hat mindestens ein Mensch auf dieser Welt Geburtstag. Mindestens genauso viele beginnen oder beenden täglich eine Arbeitsstelle, heiraten, lassen sich scheiden, werden befördert, bekommen Kinder/Enkel/Haustiere oder haben einfach so einen Grund zu feiern. Warum aber all diese freudigen Ereignisse ausgerechnet in meinem Büro gefeiert werden müssen ist mir allerdings bis heute ein Rätsel geblieben, denn eines steht fest: Bürokuchen gehört verboten!

Es ist ein gewöhnlicher Montag und du bist gewillt heute wieder total brav durchzustarten – punktemäßig. Doch noch bevor du das Passwort in den PC gehämmert hast hörst du schon die mahnenden Worte durch den Büroflur hallen, und du weißt…der Tag ist im Eimer. Denn hinter „Herzlichen Glückwunsch“ und „Alles Gute“ verbirgt sich meistens eine versteckte Botschaft, nämlich: Kuchen her! Bürokuchen ist die Geißel der Menschheit, denn man kann ihm nicht entkommen. Egal wie gut die Vorsätze sind und wie sehr man sich daran halten kann nicht zum Supermarkt oder Bäcker zu gehen um sich die kleinen Kalorienbomben für Zwischendurch rein zu pfeifen, der Bürokuchen ist eine unüberwindbare Hürde auf dem Weg in den Feierabend. Denn neben der banalen Tatsache, dass Menschen dieses in Form gepresste Stück Butter direkt neben deinem Schreibtisch zwischenbunkern werden und dich damit schleichend mit Vanille- und Rumaroma vergiften, ist die soziale Komponente die so ein Kuchen mit sich bringt nicht zu unterschätzen.

Das Ablehnen eines Stück Kuchens und der damit einhergehende Gruppenzwang haben schon manch einen in die sozialen Isolation gedrängt. Kurz gesagt, anders als bei Germany’s next Topfmodel gilt hier die Devise: wer nicht isst ist raus! Auch der verzweifelte Versuch lediglich mit einem „kleinen Stück“ aus der Nummer raus zu kommen beschert einem abschätzige Blicke und die altbewährte Antwort „bist wieder am Diäten?“. Antworten wie „natürlich nicht, ich hatte heute schon einen in Oragensaft getränkten Wattebausch“ entlasten einen zwar in Sachen Zynismus, sind aber nicht hilfreich um sich wieder in den Schoß der Gesellschaft zurück zu winden.

Der Tag ist rum die Uhr schlägt fünf Uhr, man hat es tatsächlich geschafft den Tag ohne näheren Kontakt mit der Zuckergussbombe zu überstehen und wägt sich in Sicherheit. Wer allerdings glaubt heute schon gewonnen zu haben dem sei gesagt, die Haltbarkeit eines Kuchens im Kühlschrank steht Astraonautennahrung in nichts nach. Da stellt sich doch die Frage, wieviel Frankfurter Kranz wurde für die Apollomission gebacken? Herzlichen Glückwunsch Huston, wir haben ein Problem!

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