Routier meets freie Wildbahn

Für alle die es noch nicht wissen – ich bin ein Routier. Und für alle die nicht wissen was das ist, zunächst eine kurze Begriffserklärung:

Routier, das: Routiere sind Tiere, die sich in ihren gewohnten Tagesabläufen am allerwohlsten fühlen. Wenn ein Routier seiner gewohnten Routine nachgehen kann, ist alles wundervoll. Aufstehen zur gleichen Zeit, Essen zur gleichen Zeit, Kommunikation mit den gleichen Personen – all das macht das Leben eines Routiers unbeschwert. Natürlich sind kleinere Variationen im Ablauf durchaus erlaubt und erwünscht. Man darf das Routier auf keinen Fall mit einem Langweiler verwechseln! Aber je mehr diese Abläufe gestört werden, desto unguter wird das Routier und somit auch gefährlicher für sich und insbesondere für seine Umwelt. Veränderung ist der Feind von Routieren und kann auch nur sehr langsam anerkannt werden. Hat es sich aber erst nach einer Weile wieder an die neue Situation gewöhnt, ist alles wieder gut. Im Zeitalter der Spontanität und Flexibilität ist das Routier beinahe zur bedrohten Tierart geworden.

Ich bin also ein Routier. Diese Tatsache hat schon manch größeren Streit herbeigeführt, nur weil man mich nicht frühzeitig über etwaige tiefgreifende Einschnitte in meine Wochenplanung informiert hat. Sagt man also z.B. lang vereinbarte Termine kurzfristig ab, versaut mir das schon den Rest des Tages. Auch die so unzerstörbaren MB-Bande waren davon schon betroffen. Allerdings muss man auch positiv hervorheben, dass mein Routier-Dasein einiges zur Abnahme beigetragen hat. Nach erfolgreicher Nahrungsumstellung hilft das Routier-Dasein durchaus zu akzeptieren, dass jetzt halt nicht mehr jeden Tag eine Tafel Schokolade zu sich genommen werden muss.

Gegen Ende dieser Woche erwartet mich jedoch ein – zwar erfreuliches – aber dennoch einschneidendes Datum: Der Jahresurlaub. 10 Tage fern der Homebase und der alltäglichen Routine. Anders formuliert, 10 Tage das Routier-Mäntelchen ablegen und halt mal machen. Oder ganz deutlich formuliert: 10 Tage wo sich mein Routier denkt „Ich hab doch Urlaub – ich bin hier nicht fürs Punkten verantwortlich. Mach doch selber, ich geh mal zum Buffet.“ Und da haben wir den Salat – also eigentlich eher das Croissant. Weil die Wahrscheinlichkeit auf Salat ist eher verschwindend gering. Eher komm ich mit 3kg weniger nach Hause, wie dass ich im Urlaub nur Salat essen würde.

Jetzt wurde ich von der WW-Sekte ja bereits infilitiert wie wir uns erinnern. Und somit kann auch ich die Punkte für ein Croissant nachts um 4 im Kopfstand freihändig auf der Bettkante stehend aufsagen. (Es sind 9 nebenbei) Das wird sich im Urlaub auch definitiv nicht ändern lassen. Allerdings funktioniert die Ignoranz dort scheinbar wesentlich besser. Warum sollten auch sonst alle Karl-Heinzes und Hans-Peters dieser Welt in der Lage sein ihren Waschbärbauch im Sonnenstaat nicht noch etwas zu vergrößern. Jeder der mal im Urlaub war, weiss dass man immer mit mehr heimkommt wie man hingetragen hat. Und das betrifft nicht nur den Koffer. Sollte also von vornerein die Devise lauten: Schadensbegrenzung? Oder vielleicht sogar Nach mir die Sintflut?

Natürlich nicht! Routiere dieser Welt vereinigt euch! Hier werden nicht wieder die hart erkämpften Kilos verballert für ein kleines bisschen unbeschwerten Spass an der Fress-Theke! Nein! Zu nahe sind wir dieser teuflischen 7 bereits gekommen! (Oh ich werde dich schon noch besiegen, du kleine Ratt! Also wenn ich dann wiedergekehrt bin und so) Somit lautet die Devise also: Vielleicht nur jeden zweiten Tag das Salatbuffet ignorieren. Man muss ja auch sagen – wenn man Salat nicht machen muss sondern nur auf den Teller schaufeln, ist die Schwelle auch schon nicht mehr ganz so hoch.

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