Vier Hochzeiten und ein Fressanfall

Ein wenig still ist es hier geworden und im Allgemeinen weiß man ja, das bedeutet selten etwas Gutes. So auch in meinem Fall. Um genau zu sein war ich die letzten Tage vielmehr damit beschäftigt diverse familiäre Verstrickungen, Tobsuchtsanfälle und Termine zu koordinieren, Menschen zu beruhigen und gleichzeitig selber nicht die Nerven zu verlieren – kurz und gut, es stand eine Hochzeit ins Haus.
Auch wenn es nicht meine war – vom Stresslevel her hätte das durchaus sein können. Und während andere in solchen Situationen ja dazu neigen die Nahrungsaufnahme einfach einzustellen gehöre ich ja, wie wir mittlerweile wissen, eher zu denen die eine halbe Tafel Schokolade (und damit ist die große 300g Tafel gemeint) brauchen um überhaupt wieder klar denken zu können. Während ich also nachts um 3 noch auf dem Sofa saß um irgendwelche Hochzeitszeitungen fertig zu stellen war die lila Kuh mein treuer Begleiter – die ist nämlich nicht nur total gut im Stupsen, sondern auch im Nerven beruhigen. Das ein Erfolg so auf sich warten lässt – Tagsüber selbstzerstörerische Punktekontrolle, Nachts Psyllo-Parties mit der lila Kuh – das ist wohl jedem klar.
Zu guter Letzt dann auch noch das Grande Finale am Samstag. Vor der Abfahrt hatte ich mich natürlich bereits in ein alles verdrängendes Ganzkörperkondom der Marke Bridget Jones Bauchverdrängendes All-Over Suit geworfen (immerhin mit offenem Schritt für die Pipibox, wobei ich hinzufügen möchte, mein Gehirn mir nicht gestattet hat diesen auch zu benutzen denn an zwei Lagen Stoff vorbei zu pinkeln bedarf enormer Willensstärke, was letztlich dazu geführt hat, dass ich bei jedem Gang den komplett Strip in der Kabine hinlegen musste). So in mein Kleid eingenäht ging es also zum finalen Kill der Wochenbilanz, denn leider hatte das Brautpaar bei der Auswahl des Menüs keine Rücksicht auf lila Kuh geplagte Elfephanten wie mich genommen. Zu schätzungsweise 5 Gläsern halbtrockenem Müller-Thurgau gesellten sich an diesem Abend dann auch noch eine Hochzeitssuppe, ein gemischter Salat, ein Schweinefilet im Blätterteig mit Kroketten, Spätzle und Soße sowie ein Dessert mit Eis, Mousse und Früchten. Als wäre das nicht genug wurde nachts um halb 2 dann auch noch der Hochzeitskuchen samt Buffet in Form von Käsekuchen, Schwarzwälder und Himbeersahne angeschnitten und mit einer vollfetten Käseplatte garniert.
So betrachtet kann ich eigentlich gerade noch dankbar sein, dass Giesela das ganze bisher lediglich mit einem Stillstand quittiert hat. Und in der Ehe ist es immerhin auch nicht anders als in der Beziehung mit der eigenen Waage – in Guten, wie in schlechten Zeiten…bis dass das Fett uns scheide!

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