Nur Schall und Rauch

Wie wir bereits wissen sind Zahlen und ich nicht wirklich die besten Freunde. Und wenig anders verhält es sich da auch bei den Zahlen für Größenangaben in Kleidungsstücken. Doch obwohl wir uns alle eigentlich ja nicht dem Size Zero Regime unterwerfen (wollen), spielen die Ziffern auf den kleinen Schildchen in unserem Nacken für die Meisten von uns eine wirklich massgebliche Rolle. Insbesondere, da man bei manchen Modeketten sich wirklich überlegt, wie die altersmäßig doch eher Ende 20 aussehenden Modelle scheinbar in Wahrheit nur für flachbrüstige 12-jährige hergestellt werden.

Aber gut, MB hat bereits vor Jahren festgestellt, dass man sich manchmal einfach mit SE (Small Elephant) als Größendefinition abfinden muss, wenn man überhaupt etwas Nettes für den Luxuskörper haben möchte, was getragen nicht nach Sack bzw. Rollbraten ausschaut. Natürlich gibt es auch immer die Variante ‚1-Mann-Zelt‘, die aber für MB optisch nie in Frage kam. Wir mögen zwar mopsig sein, aber irgendwo hat auch der Mops seine Grenzen und vorallem seine Würde.

Dass ich zusätzlich zu Wampy auch noch quasi mit dem schwäbischen Alpenvorland gesegnet wurde, macht die Auswahl von Oberteilen nicht viel einfacher. Da aber wohl nun wirklich unweigerlich der Frühling einzusetzen scheint, und man sich nun nicht mehr in verschiedenen Formen von Zwiebellagen verhüllen kann, muss also ein neuer Fetzen her. Und in der Mission „Neue Ware braucht der Schrank“ macht man sich auf um Geld in die Kleiderindustrie zu pumpen. Irgendwer muss ja die Wirtschaft ankurbeln. Also findet man sich – wie letztes Wochenende geschehen –  wieder einmal in einer dieser Sperrholzkisten. Nur durch ein größeres Handtuch von der Aussenwelt getrennt, welches natürlich niemals die komplette Öffnung abdecken könnte – aber auch der arme Tropf, der seiner Frau nun mittlerweile den 8ten Fetzen in einer neuen Größe bringen muss soll ja was davon haben – und beginnt die Peep-Show.

Nun muss man ja wissen, dass ein Spiegelkabinett im Vergleich zu solchen Kabinen der vollkommene Kinderfasching ist. Hier kann man sich nicht nur von allen Seiten gleichzeitig betrachten, man bekommt auch noch gratis die Ausleuchtung bis in die kleinste Hautfalte. Wenn man sich also aus seinen eigenen und in die gewünschten neuen Dinge gepresst hat, um dann festzustellen „nein“, „nein“, „mit bissle gutem willen vielleicht“ und „boah geht gar net!“ und sich mal wieder geschworen hat, bevor nicht mindestens 3 kg unten sind, geh ich nicht mehr einkaufen, stellt sich die alles entscheidende Gewissensfrage: Kann ich es verantworten mir Kleidungsstück mit so hohen Zahlen im Nacken zuzulegen? Und wir reden hier nicht vom Preis.

Viele würden hier nun laut rufen: NATÜRLICH NICHT! Aber sind wir mal ehrlich – wer hat nicht Teile im Schrank die halt einfach passen, obwohl die Zahl darin schöner wäre wenn es sich hierbei um die Anzahl der Heels im Schrank handeln würde. Das ist im Übrigen auch der Grund warum Schuhe zu den Lieblingsteilen jeder Shopperin gehören – da hat man immer die gleiche Größe UND kann nichts dafür bzw. daran ändern. Wir sind uns aber alle einig: auch als Elfephant muss irgendetwas die volle Pracht verhüllen. Somit bleibt also die Wahl, kleinere Größen, Wurst in der Pelle-Optik und Sauerstoffmangel oder aber alternativ mehr Stoff, vorteilhaftere Optik und nicht das Gefühl lebensnotwendige Organe würden bleibenden Schaden nehmen. Zumal ja auch keiner von aussen sehen kann, was innen drinsteht. Und schwupps ist das Plastikgeld gezückt.

Ich denke damit sollte deutlich sein was Zahlen bedeuten. Vollkommen überbewertet.

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